Killerpilze rockZzZzZz

Kapitel 16



Er schaffte es nämlich nicht. Bevor ich auch von diesem, unverschämten Junge zerknuddelt wurde, machte ich mich vorsichtig und unter Aufbietung aller meiner mobilisierbaren Kräfte von dem „süßen“ Junge frei und versuchte, auch meine Stimmbänder zu aktivieren, sodass ich ein „Stop“ herauskrächzte. Die Beiden schauten mich ungläubig an. „Du- du kannst sprechen?“, fragte mich der Jüngere fassungslos. Mittlerweile hatte ich mich soweit erholt, dass ich richtig reden konnte.
„Ja, natürlich kann ich sprechen, du Vollidiot! Ich bin dich nicht bescheuert….so und jetzt verpisst (Anm. d. A.: Musste jetzt mal sein :D) ihr euch beide sofort aus meinem Zimmer, aber sofort! Bevor ich euch wegen Belästigung anzeige! Besonders dich, du Milchbubi!“, sagte ich zu dem jüngeren. Beide schauten mich fassungslos an.
„Aber Valeska, du-du ke-kennst mich doch“, stotterte der „Milchbubi“ unbeholfen.
WOHER KANNTE DER MEINEN NAMEN!?
„Nein, tu ich nicht! Und jetzt RAUS HIER!!!!!“
Endlich konnte ich meine ganze Wut, die sich während der schwülstigen Liebesbeteuerungen angesammelt hatte, rauslassen. Der Junge ist mir aber auch zu sehr auf den Keks gegangen.
Dann traten ihm auch noch Tränen in die Augen und schon hatte er bei mir seinen neuen Spitznamen weg-Heulsuse. Sein Bruder legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte etwas leise zu ihm. Er führte ihn nach einem letzten Blick über die Schulter zu mir aus dem Zimmer. In seinem Blick lagen Verletztheit, Trauer, aber auch irgendwie Entsetzen. Wortlos wandte ich mich nach dem Schließen der Türe um und starrte aus dem Fenster. Das Gefühl von
Glücklichkeit war mit einem Schlag verschwunden. Ich musste unweigerlich die letzte Szene überdenken und überlegen, warum ich so heftig reagiert hatte. Sicher, er war mir die ganze Zeit unheimlich auf den Wecker gegangen, vor allem, weil er anscheinend gedacht hatte, ich könne ihn nicht hören oder verstehen. Aber rechtfertigte das meine schroffe Reaktion? Eher nicht.
Ich hörte immer wieder Heulsuses letzten Satz widerschallen:“ Du-du ke-kennst mich doch…“
Solange, bis ich mich wie ein richtiges Biest fühlte und meine rauhen Worte bereute.
Am liebsten wollte ich jetzt aufstehen und ihn suchen, um mich dafür zu entschuldigen, dass -ja was eigentlich!? Dass ich mich so benommen hatte, wahrscheinlich.
Langsam nahm mein Plan Gestalt an. Zum Glück war ich anscheinend in einem „leichteren“ Koma gelegen, denn sie hatten mir weder Sauerstoffgeräte angeschlossen, wie immer in den Filmen, noch mich mit irgendwelchen, anderen Schnüren verkabelt. Im ersten Moment war ich leicht enttäuscht darüber, dass so wenig Aufhebens um mich gemacht worden war, aber dann fiel mir wieder ein, dass das bei der Ausführung meines Planes sehr zu Gute kommen würde. Vorsichtig schlug ich die leichte Decke zurück. Schon alleine diese Bewegung kostete mich Kraft. Aber ich trieb mich immer wieder mit dem verletzten Gesicht Fabis- ich glaubte, mich erinnern zu können, diesen Namen gehört zu haben- voran. Mittlerweile war ich in eine sitzende Haltung gekommen, sodass ich meinen ersten Stehversuch wagen konnte.
Es bleib bei einem Versuch.
Gerade als ich auf die Beine gekommen war, erfasste mich ein riesiges Schwindelgefühl und ich kippte nach hinten aufs Bett. Sofort wurde es schwarz um mich herum.


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